Im Rahmen des Gruppendienstes der 1. und 4. Gruppe wurde ein einsatzrealistischer Verkehrsunfall mit 3 verletzten Personen nachgestellt und in Zusammenarbeit mit dem DRK Region Hannover abgearbeitet.
Etwa gegen 19:50 Uhr wurde während des Gruppendienstes, der sich mit der Fahrzeugvorführung des DRK (RTW und GKTW) beschäftigte, ein vermeintlicher Verkehrsunfall in der Nähe der MRD durch eine heranfahrende Augenzeugin gemeldet. Ein alarmmäßiges Abrücken vom Feuerwehrhaus führte neben dem schnellen Eintreffen an der Einsatzstelle zum Aufbau vom üblichen einsatzbedingten Stress bei den unwissenden Kameraden. Mögliche Gedanken an eine Übung wurden durch die realistische Darstellung der Einsatzstelle gemildert.
An der Einsatzstelle sorgten verstreute Trümmerteile, eine hektische Augenzeugin und realistisch geschminkte Mimen in einem deformierten Unfallfahrzeug für eine einsatznahe Kulisse.
Der verunfallte Peugeot 106 mit 3 Insassen stellte die Schadenslage dar. Der Unfallhergang konnte wie folgt ausgesehen haben: Ein Peugeot kam ins schleudern, prallte anfangs mit der Fahrerseite gegen einen Baum und blieb letztendlich mit der Beifahrerseite an einem anderen Baum liegen.
Sofort erfolgte die Betreuung der Personen durch die Feuerwehr und das DRK über die Erstzugangsöffnungen (in diesem Fall die Fenster). Das Fahrzeug wurde durch Unterlegkeile und Klötze stabilisiert und mögliche Versorgungs- und Befreiungsöffnungen ermittelt. Die Straße wurde für den Durchgangsverkehr gesperrt, Löschmittel in Form eines Pulverlöschers und eines Schaumrohres des TLFs bereitgestellt.
Da alle 3 verletzten Personen bei Bewusstsein waren, musste keine so genannte Crashrettung durchgeführt werden. Als Versorgungsöffnung wurde aufgrund der Vielzahl der Verletzten, in Absprache zwischen der Feuerwehr und dem DRK, ein anfängliches Abnehmen des Daches entschieden. Somit konnten alle verletzten Personen gleichzeitig gut zugänglich versorgt werden. Die Frontscheibe wurde aufgrund der schwierigen Lage komplett entfernt. Hierfür wurden die Verletzten durch einen Helm, Mundschutz und Decken vor Splittern und Glasstaub geschützt. Auch die Einsatzkräfte rüsteten sich zusätzlich mit einem Mundschutz aus.
Nach dem Durchschneiden der A- und B-Säule und dem Einschneiden der C-Säule mit der hydraulischen Rettungsschere, wurde das Dach mit vereinten Kräften nach hinten umgeklappt. Jeder Handgriff der Feuerwehr am Fahrzeug wurde zur Beruhigung der Verletzten mitgeteilt, um eine Panik oder Angstreaktionen zu vermeiden.
Aufgrund der Verletzungsmuster wurde anfänglich die Befreiung der Fahrerin eingeleitet. Durch das Herausbrechen der Tür mittels hydraulischem Spreizer wurde die Befreiungsöffnung geschaffen, durch die die Verletzte letztendlich aus dem Fahrzeug gerettet wurde. Aufgrund der ungünstigen Lage des Fahrzeugs wurde auch der Beifahrer, unter zu Hilfenahme einer Schaufeltrage, durch diese Öffnung aus dem Fahrzeug gehoben. Die Person auf der Rücksitzbank erlag (bei diesem Szenario) leider ihren Verletzungen.
Die Rettung aller Verletzten nahm letztendlich insgesamt etwa 75 Minuten in Anspruch.
Ein besonderer Dank geht an die freiwilligen "Unfallopfer" Nelli Taller und Michael Hustedt.
Eingesetzte Kräfte:
| FF Dollbergen: | TLF 16/24-Tr Tanklöschfahrzeug 16/24 Trupp, LF 8 Löschgruppenfahrzeug 8 |
| DRK: | RTW, GKTW |
Tanklöschfahrzeug 16/24 Trupp
Löschgruppenfahrzeug 8